Nepaleinsatz PDF Drucken E-Mail


Warum es sich lohnt einen Missionseinsatz zu machen...

Die Dämmerung bricht schon herein, als wir mit vorsichtigen Schritten die letzte Anhöhe herabsteigen. Wir sind in Nepal, auf dem Weg nach Thulopatal, einem kleinen Dorf, das man während der Regenzeit nur zu Fuß erreichen kann. Viele Stunden marschieren wir nun schon durch den dicht bewachsenen Wald, immer auf der Hut uns keine Blutekel einzufangen oder kopfüber den Berg hinunter zu purzeln.

Unser Führer ist Pastor Gain, ein Mann, der mit seinen 45 Jahren schon mehr als zwanzig Gemeinden rund um die Grenze Tibets gegründet hat. Es ist inspirierend in seiner Nähe zu sein. Ich möchte lernen von diesem Mann, von seiner Freundlichkeit, Dienstbereitschaft und von seinem Glauben. Als junger Hindu sah er keinen Sinn mehr im Leben und wollte sich eigentlich umbringen. In einer Vision begegnete ihm Jesus und das veränderte alles. In seinem Heimatdorf Thulopatal wollte man das nicht akzeptieren. Sie schlugen ihn fast tot. Aufhalten konnte ihn das nicht. Heute gibt es eine Gemeinde dort, die wollen wir besuchen. Während unseres Marsches durch die Berge erzählt er. Tausend Gedanken gehen mir durch den Kopf.

Unser Auftrag ist es die Christen in Thulopatal zu ermutigen. Sie haben in der Vergangenheit viel gelitten, vor allem unter der Verfolgung der Maoisten. Mittlerweile ist es vollkommen dunkel. Wir kommen an und beziehen unsere armselige Unterkunft. Ich freue mich auf den Gottesdienst am nächsten Morgen. Es erscheinen rund 100 Menschen in dem von der Gemeinde eigenhändig erbauten Gottesdiensthaus. Alle freuen sich riesig uns zu sehen. Viele Ausländer kommen hier nicht vorbei. Wir predigen, beten für die Menschen und essen zusammen mit ihnen zu Mittag. Gegessen wird mit den Händen, es gibt Reis, wie eigentlich zu jeder Mahlzeit. Für uns aber auch Fleisch. Die Gäste will man schließlich ehren. Während des Gottesdienstes gibt es eine Familie, die geschlossen und öffentlich sich vom Hinduismus lossagen will und Jesus nachfolgen. Für das kranke Baby beten wir auch, denn das nächste Krankenhaus ist mehrere Stunden zu Fuß entfernt und der Arztbesuch ist teuer. Einige Tage später werden wir erfahren, dass das Baby gestorben ist. Es war zu schwach um ohne medizinische Hilfe in Thulopatal zu überleben. Wie anders ist meine Welt.

Als wir vor fünf Jahren unseren Dienst GOSPELTRIBE gegründet haben waren es Erlebnisse wie die in Thulopatal, die uns dazu veranlasst haben jedes Jahr für Jugendliche und junge Erwachsene aus Deutschland Missionsreisen zu organisieren. Gott kann junge Menschen gebrauchen, um Hoffnung, Ermutigung und Gottes Liebe an die Enden der Erde zu tragen. Davon bin ich überzeugt.

Es ist überwältigend, was du auf einem Missionseinsatz alles erleben kannst. Du lernst so viel über dich selbst, was es bedeutet Jesus kompromisslos nach zu folgen und wie erfüllend es sein kann sich ganz in Gottes Dienst zu stellen. Letztendlich erfüllst du aber nichts weniger als die Mission, die Gott jedem Christen gegeben hat, nämlich in alle Welt zu gehen und das Evangelium der ganzen Schöpfung zu predigen. Vielleicht ist das genau der nächste Schritt, den sich Gott von dir wünscht. Wenn du bereit bist dich rufen zu lassen, wird Gott dich gebrauchen.


- Gernot Elsner -


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